Aktuelles

Anfang März 2004
 
 

 


Wiehre Online ( Zeitraum: 01.03.04 - 15.03.04  )
 
 
01.03.04

Bäume müssen dem Neubau weichen

Der Neubau des Deutsch-Französischen Gymnasiums kommt. Ein erstes sichtbares Zeichen: 13 Bäume mussten gestern der bevorstehenden Schuler-weiterung weichen. Insgesamt 3,8 Millionen Euro kostet der zweigeschossige Anbau, die Verlagerung des Sportplatzes und der Umbau des Altbaus.

Neben Akazien, Ahorn und Kastanien wurden auch zwei Mammutbäume von einer Privatfirma gefällt, die vom städtischen Hochbauamt damit beauftragt worden war. Mit den Bauarbeiten wird zwar erst Anfang Juni dieses Jahres begonnen, der frühe Zeitpunkt für die Baumfällaktion wurde aber bewusst vor dem Austreiben der Bäume und dem Nisten der Vögel gewählt.

Acht Klassenzimmer im Obergeschoss und zwei Kunst- und Musikräume im Erdgeschoss sowie eine Caféteria sollen in dem Neubau untergebracht werden. Nachdem die Erweiterung des Gymnasiums zunächst auf der "Giftliste" der Stadtverwaltung stand, bewilligte der Gemeinderat im April 2003 doch noch die 3,8 Millionen Euro für das Projekt. Rund 900 Quadratmeter mehr Platz werden die Schüler nach Fertigstellung des Gebäudes haben.

Verschoben worden ist der für die stetig wachsende Zahl von Schülerinnen und Schüler - derzeit sind es 831 - notwendige Neubau schon einige Male. Im Februar 2000 gab es bereits grünes Licht für das damals 7,8 Millionen Mark teure Projekt. Im Juli 2002 hieß es dann, dass der Bau im Frühjahr 2003 be-ginnen könne. Doch auch daraus wurde nichts. Nach wie vor müssen mehrere Klassen in Räumen des benachbarten Bertholdgymnasiums unterrichtet werden.

"In Absprache mit dem Land Baden-Württemberg haben wir es geschafft, den Landeszuschussbescheid von 1,6 Millionen Euro zu verlängern", erklärte Ingrid Geiß, stellvertretende Leiterin des Schul- und Sportamts auf Anfrage der BZ. Bereits im vergangenen Jahr sei mit den Umbauarbeiten im Altbau begonnen worden, die mittlerweile auch abgeschlossen seien. Stehe der Neubau, werde der alte Pavillion - die erste Erweiterung aus dem Jahr 1979 - abgerissen, ein neuer Pausenhof angelegt und der desolate Sportplatz verlegt und saniert.
 

 
  02.03.04

Bürgerforum Lebenswerte Wiehre

Das Bürgerforum Lebenswerte Wiehre lädt am Mittwoch, 3. März, 20 Uhr, zur Mitgliederversammlung im Saal des Gasthauses Deutscher Kaiser in der Günterstalstrasse 38 ein. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Bericht der Vorsitzenden zu einem geplanten Konzept zur Verkehrsberuhigung im Bereich Unterwiehre.
 

 
  03.03.04
Streit um Belus und Malou spitzt sich zu

Der Streit um die Kunst in der Wiehre geht weiter: 200 Plakate haben die Freiburger Künstler Dieter E. Klumpp und Lubor Kurzweil rund um die Urachstraße angebracht, um gegen die geplante Entfernung ihrer umstrittenen Skulpturengruppe Belus und Malou in der Mittelwiehre zu protestieren. Im Plakattext greifen die Künstler das städtische Kulturamt und dessen Leiter, Achim Könneke frontal an. Ohne die Skulpturen werde die Allee der Urachstraße wieder zum Hundeklo.

Kulturamts-Chef Könneke selbst sagt, er sei nicht bereit, zu Vorwürfen "auf diesem Niveau" Stellung zu nehmen. Die Flugblattaktion habe ihn überrascht. Erst am 18. Februar habe es ein zweistündiges Gespräch über die Zukunft der Gruppe mit den Künstlern gegeben. "Sie haben am Ende zugesagt, dass sie sich einem Abbau nicht entgegen stellen", sagt Könneke. Die Suche nach einem Ersatzstandort, die er nach dem Gespräch gemeinsam mit dem Garten-amt betrieb, sei leider ohne Erfolg geblieben. Das liege auch am beschädigten Zustand der Gruppe und der negativen Diskussion um die beiden Figuren.

Sie waren wiederholt von Anwohnern als frauenfeindlich kritisiert worden. Könnike geht davon aus, dass sich die Künstler an die Vereinbarung halten, die Figuren gemeinsam mit dem Gartenamt bis Ende April zu entfernen. Vom Sommer an soll auf dem Grünstreifen an der Urachstraße eine Plastiken-Ausstellung mit wechselnden Künstlern stattfinden.
   

 
  04.03.04 Heftige Zweifel am Wert des Bürgervotums

Die Stadtverwaltung will das freie Parken in der Mittel- und Unterwiehre einschränken und Anwohnerparkplätze einführen. Doch dem Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre wie auch der Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gehen die städtischen Vorschläge noch nicht weit genug. Sie zweifeln auch das Bürgervotum an, dass die Stadt ihren Plänen zugrundelegt.

Bürgervereins-Vorsitzender Klaus Winkler fordert eine Ausweitung des "Parklizenzgebietes" südlich der Lorettostraße in einem ersten Abschnitt bis zur Silberbachstraße - diese Pläne liegen vor - und in einem zweiten Abschnitt bis zur Hans-Thoma-Straße. Das Bürgervotum, mit dem die Stadt argu-mentiere, existiere nicht, sagt der Bürgervereins-Vorsitzende. In einer Informa-tionsveranstaltung im Juli 1997 seien die damals Anwesenden lediglich um ein Meinungsbild gebeten worden. Jene Veranstaltung sei, so Winkler, vorwiegend von Personen besucht worden, die in oder neben dem Quartier liegenden Büros oder Praxen beschäftigt seien und gerne von außerhalb mit dem Auto ins Quartier fahren. Winkler: "Die tatsächlich betroffenen Bewohner waren in der Unterzahl".

Dieses angebliche Bürgervotum wird auch von den Grünen in einem Brief an Bürgermeister Schmelas hinterfragt. Denn auch die Grünen wollen die Park-raumbewirtschaftung auf die westliche Seite der Günterstalstraße ausdehnen - möglichst auf das ganze Holbeinviertel. Denn, so die grüne Ratsfraktion, wird das freie Parken im Sternwaldquartier abgeschafft, komme es zu einer Ver-drängung der Parker auf die andere Seite der Günterstalstraße ins Holbein-viertel. Das Thema solle nun, so fordern die grünen Räte, im Verkehrs-ausschuss behandelt werden.
 

 
  05.03.04
600.000 Aufträge für .de-Umlautdomains

Bei der DeNIC sind knapp 600.000 Aufträge für Umlautdomains eingegangen. Damit sei die Startphase der IDN-Einführung in Deutschland erfolgreich abgeschlossen, teilt die .de-Registry mit.

Seit dem 1. März können Internationalized Domain Names (IDNs) unterhalb der Top Level Domain .de in Auftrag gegeben werden. Mehr als 130.000 neue Domains seien in den vergangenen 48 Stunden registriert worden. Das sei ein neuer Rekord. "Noch niemals zuvor mussten die DeNIC und ihre Mitglieder eine so große Auftragsflut bewältigen. Die technisch anspruchsvolle Umstellung der Systeme auf den neuen Internetstandard IDN wurde termingerecht zum angekundigten Zeitpunkt realisiert", teilt die Genossenschaft stolz mit.

Als erste .de-Domain mit Umlauten war kurz nach dem Start kurz nach 10:00 Uhr öko.de registriert worden. Bei der Registrierung wird strikt das Prioritäts-prinzip angewendet. Insgesamt 92 zusätzliche Buchstaben stehen nun zur Verwendung in .de-Domains zur Verfügung.
 

 
  06.03.04
Dauerparker werden zurückgedrängt

Der städtische Vorschlag auf Ausweitung der Anwohnerparkzonen geht den Betroffenen in der Wiehre noch nicht weit genug.Somit drohen schwere Zeiten für Dauerparker: Sie verlieren demnächst in Herdern und der Wiehre zwei Quartiere und werden weiter abgedrängt. Der Vorschlag des Tiefbauamtes, mehr Anwohnerparkzonen auszuweisen, hat ein großes Echo ausgelöst. Bürgervereine und Fraktionen fordern schon jetzt Nachbesserungen: Gerade in der Mittel-und Unterwiehre geht ihnen der städtische Vorschlag nicht weit genug.

"Wir sind für alles offen", antwortete gestern Bürgermeister Matthias Schmelas auf die verschiedenen Stellungnahmen. Was von der Verwaltung auf dem Tisch liege, sei lediglich eine Diskussionsgrundlage. Nun gehe es erst an die Feinarbeit durch die notwendigen Strukturuntersuchungen. Für jedes Einzelquartier soll ein Konzept erstellt werden. Entscheiden müssten am Ende dann ohnehin die Gemeinderäte im Verkehrsausschuss. "Es ist alles aber auch eine Kostenfrage", so Schmelas. Die Stadtverwaltung hatte für ihren ersten Vorschlag mit einer moderaten Ausdehnung der bewirtschafteten Parkgebiete die Kosten für Schilder und Parkautomaten auf rund 100 000 Euro geschätzt.

Der Stadt geht es um die Anwohner. Diese könnten in den betroffenen Gebieten künftig mit einer Sonderregelung parken - der Parkausweis kostet derzeit 30 Euro pro Jahr. Im Gürtel rund um die Innenstadt hat die Verwaltung insgesamt 8120 Anwohnerparkausweise ausgegeben. In einem ersten Schritt soll in Herdern das Viertel zwischen Johanniter-, Stadt-, Jacobi- und Habsburgerstraße neu mit Parkautomaten und Anwohnerparkzonen ausgestattet werden. "Das wird vom Bürgerverein seit Jahren gefordert", stellt sich Bürgervereins-Vorsitzender Odwin Hoffrichter hinter das Vorhaben der Stadtverwaltung, das in Herdern unstrittig ist.

Bewirtschaftet werden sollen künftig auch weitere Parkflächen in der Mittel-wiehre im Bereich zwischen Urach-, Quäker-, Maria-Theresia- und Günters-talstraße. Hier hat sich nun eine große Koalition gebildet: Die Ratsfraktionen von Grünen und CDU haben sich ebenso wie der Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre und das Bürgerforum "Lebenswerte Wiehre" für eine Ausdehnung der Parkzone über die Günterstalstraße hinaus ins Holbeinviertel ausge-sprochen. Wenn man die Dauerparker aus dem Quartier östlich der Günters-talstraße verdrängt, drohen zugeparkte Straßen jenseits der Günterstalstraße. Die Stadtverwaltung will nun erst einmal die Dinge im Detail untersuchen: "Danach richtet sich, was wir machen", sagt Rüdiger Hufbauer vom Tiefbauamt.

Eine neue Datengrundlage fordert auch Klaus Winkler, Vorsitzender des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre: "Es wird spannend, wie sich die neue Stadtbahnlinie auf den Individualverkehr auswirkt".
 

 
  07.03.04
Warten auf die Entscheidung

Die Glocken der Christuskirche sind abgehängt - und die Gemeindeglieder sind enttäuscht, dass es mit der dringend notwendigen Sanierung des Kirchturms nicht vorwärts geht (wir berichteten am 10. Februar). Obwohl ein Förderkreis die von der Christusgemeinde als Eigenanteil geforderten 55 000 Euro längst zusammen gebracht hat. Der Groll richtete sich vor allem auf das Evangelische Kirchengemeindeamt, nach dessen Berechnungen die Sanierung des Turms etwa 210 000 Euro kosten soll.

Die Leiterin des Amts kann diesen Unmut zwar gut nachvollziehen. Allerdings macht Sabine Behrend auch deutlich: Am guten Willen des Kirchengemeinde-amts liege es nicht, dass sich nichts bewege. Das Amt habe vielmehr die Mehrkosten in den Haushaltsplan der Evangelischen Kirchengemeinde Freiburgs für 2004/2005 eingestellt. "Doch der Haushalt ist noch nicht beschlossen." Wann dies geschehen werde, könne sie ebenso wenig sagen wie, ob der Kirchengemeinderat das für die Sanierung nötige Geld bewilligen wird oder nicht. Was für Sabine Behrend allerdings schon jetzt klar ist: "Dieser Doppelhaushalt wird defizitär sein - und muss deshalb vom Oberkirchenrat in Karlsruhe genehmigt werden."
 

 
  08.03.04
Bundesgerichtshof beendet den Dialer-Wahnsinn

Wer sich unwissentlich einen Dialer "fängt", befand der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, braucht die Rechnung nicht zu bezahlen. Das Urteil beendet faktisch die Abzocke mit Dialer-Software im Internet, denn kaum jemand entscheidet sich willentlich zur Installation eines Dialers.

Schlechte Zeiten für die Dialer-Mafia: Erst schränkte ein Gesetz die Minuten-preise für "Mehrwertdienste" ein, dann kam die Registrierungspflicht für Dialer und nun noch das - ein Urteil, das die große Abzocke künftig verhindern könnte. Unter dem Aktenzeichen III ZR 96/03 befand der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dass man Gebühren für Dialerdienste, die man nicht bewusst in Anspruch genommen hat, nicht bezahlen müsse. Die Bedingung: Die Dialer-einwahl müsse automatisch durch ein eingeschmuggeltes Programm geschehen.

Das aber dürfte für die bei weitem meisten "Mehrwertdienste" gelten, die per Dialer über das Internet angeboten werden. Ihre Betreiber sitzen - zumindest offiziell - oft im Ausland, denn die Abzocke funktioniert grenzüberschreitend. Manche versprechen eine Dienstleistung und installieren stattdessen eine Einwahlsoftware, die fortan die Telefonkosten in astronomische Höhen treibt, manche fragen erst gar nicht: Bei ihnen kommt der Dialer "huckepack", ob man will oder nicht. Wer heute im Web etwa nach Hausaufgaben-Hilfen, Kochrezepten oder Witzsammlungen sucht, kommt kaum am Dialer vorbei: Das Web ist regelrecht verseucht. Oftmals führt das Anklicken eines "Nein,
ich will das nicht"-Buttons erst zur Installation.

Das kann auch das Urteil des BGH nicht ändern - aber es macht die Abzocke für die zahlreichen Trickbetrüger weniger attraktiv. Bisher konnten die sich darauf verlassen, ihre "Kunden" über die Telekommunikationsunternehmen auszunehmen, die die oft astronomischen Summen für sie eintrieben. Das ist jetzt vorbei: Der 3. Zivilsenat des BGH sprach hier deutlich Recht. Der Kunde sei auch nicht verpflichtet, vorsorglich Abwehrmaßnahmen gegen Dialer zu treffen.

Das BGH wies mit seinem Urteil den Revisionsantrag eines Telefonunter-nehmens zurück, das in der Vorinstanz mit einer Klage auf Zahlung von rund 9.000 Euro Verbindungsentgelt gescheitert war. Die horrenden Telefonrech-nungen liefen auf, weil ein Dialer die Einstellungen auf einem PC so verändert hatte, dass Verbindungen zum Internet nur noch über eine 0190-Nummer hergestellt wurden.

Der Dialer gelangte durch einen Trick auf den Computer. Der Sohn der Beklagten hatte beim Surfen im Internet eine Datei heruntergeladen, die die schnellere Datenübertragung versprach. In Wirklichkeit enthielt die Datei einen Dialer. Die von ihm bewirkten Veränderungen in dem PC bestanden auch dann noch weiter, als die Datei gelöscht worden war. Die Manipulation war bei normaler Nutzung des Computers nicht bemerkbar.

Dem vom BGH bestätigten Urteil der Berufungsinstanz zufolge hat das Telefonunternehmen nur Anspruch auf ein Entgelt, wie es bei einer normalen Verbindung mit dem Internet angefallen wäre. Die Richter erklärten, das Unternehmen müsse sich das Vorgehen des Inhabers der 0190-Nummer anrechnen lassen. Die Beklagte habe einen Schadenersatzanspruch, der gegen die Telefongebühren aufgerechnet werden müsse. Die Rechnung müsse so sein, als ob der Dialer nicht installiert gewesen wäre.

Da der Vertrag über Bereitstellung und Nutzung des ISDN-Anschlusses nicht auf derartige Fälle eingeht, bediente sich der BGH-Senat der "ergänzenden Vertragsauslegung". Er zog eine Klausel der Allgemeinen Geschäftsbe-dingungen des Unternehmens sowie sinngemäß den Paragrafen 16 Absatz 3 Satz 3 der Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) heran.

Danach muss ein Kunde nicht für die Nutzung seines Telefonanschlusses durch andere zahlen, wenn er diese nicht zu vertreten hat. Das Gericht erklärte, in einem solchen Fall müsse das Telefonunternehmen das durch Missbrauch von 0190-Nummern entstehende Risiko tragen, denn schließlich kassiere es ja auch einen Teil der teuren Gebühren.
 

 
  09.03.04
Autofahrer bekennen Farbe

Drei eindeutige Sieger stehen auf dem Treppchen, wenn es um die Lieblingsfarbe der deutschen Autofahrer geht. Unangefochten auf Platz eins landet silber/grau. Fast jeder zweite Pkw, der 2003 in Deutschland zugelassen wurde ( 44,9%), ist in diesen Tönen lackiert. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Schwarz ( 22,6%) und Blau ( 18,6%). Grün und Rot - Farben, die noch Mitte der 90er Jahre sehr beliebt bei Autofahrern waren, sind weit abgeschla-gen. Auch kaum mehr attraktiv als Autofarbe: Weiß ( 2,4%). (Quelle: ADAC)
 
 
  10.03.04
Weiterhin Streit am Lorettoberg

Am beschaulichen Lorettoberg will selbst wegen des geplanten Baus von nur noch zehn Häusern mit 20 Wohnungen - ganz am Anfang der Planungen standen auch mal 40 Häuser zur Diskussion - keine Ruhe einkehren. Morgen soll der Gemeinderat eigentlich nur dem weiteren formalen Vorgehen zustimmen, doch gestern verteilte die Bürgerinitiative zum Schutz des Lorettobergs erneut Flugblätter, vorgestern verschickte sie dicke Briefe an alle Stadträte. Ziel der Initiative ist nun, nur noch sieben statt zehn Bauplätze zuzulassen.

Klar ist mittlerweile, dass Finanzbürgermeister Otto Neideck nur noch mit maximal 3,1 statt der ursprünglich erhofften 6,1 Millionen Euro aus dem Grundstückerlös rechnen kann. Denn mitten in der Debatte um die Pläne der Verwaltung, auf einem rund vier Fußballfelder großem Grundstück nach einem zwischenzeitlichen Beschluss des Bauauschusses noch 20 Häuser für Besserverdienende bauen zu lassen, hatte die Bürgerinitiative ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten vorgebracht: Dieses hat nicht nur das Vorkommen von 18 Schmetterlingsarten, sondern auch der Gelbbauchunke nachgewiesen - Tiere, die auf der Roten Liste Baden-Württembergs allesamt als besonders schutzwürdig geführt werden. In der Vorlage für den Gemeinderat heißt es jetzt unter Berufung auf städtische Gutachten: "Die vermeldeten Gelbbauchunken-Nachweise sind mangels geeigneter Lebensräume auf der Fläche nicht relevant."

Das wiederum erzürnt den Sprecher der Bürgerinitiative, Hans Bader: "Diese Behauptung grenzt an Ignoranz." Die Verwaltung bezweifelt zudem, dass das Blaukernauge und der Weißen Waldportier, die am stärksten gefährdeten Schmetterlingsarten, auf dem Lorettoberg leben. Exakte Ergebnisse können indes erst nach der Sommerpause vorliegen, weswegen sich die Vermarktung der Grundstücke bis ins Frühjahr 2005 hinziehen wird.

Die Bürgerinitiative hatte sich jedenfalls die Vorlage, so Bader, "besorgt", zu vielen Darstellungen eigene Erklärungen abgegeben und diese den Stadträtinnen und Stadträten per Bote geschickt. Zudem verteilten Mitglieder der Initiative gestern am Lorettoberg Flugblätter und wollen morgen zahlreich zu der Gemeinderatssitzung erscheinen.

"Unser Ziel ist es", so Bader, "den Gemeinderat davon zu überzeugen, dass wegen naturschutzrechtlicher Belange nur noch sieben Baugrundstücke zugelassen werden." Außerdem tauche in der Vorlage ein neues Grundstück auf, das nach Einschätzung der Initiative als Option für eine neue Erschließungsstraße gebraucht wird, die weitere Bauten auf dem Lorettoberg anbinden könnte. Und: "Es ist doch absurd, dass der Gemeinderat heute über die Änderung des Landschaftsschutzgebietes abstimmen soll, obwohl klar, ist, dass die Grenzen der herausnehmbaren Fläche erst im Sommer gesteckt werden können."

Die Verwaltung wird im Zuge des Flächennutzungsplans eine Gesamtplanung für den Schlierberg erstellen, die die bauliche Entwicklung beinhaltet.
 

 
  11.03.04
Verkehrsverstöße werden teurer

Mit neuen Bußgeld-Bestimmungen kommen ab dem 1. April härtere Strafen auf Verkehrssünder zu. Höher bestraft wird in Zukunft das Telefonieren am Steuer und auf dem Fahrrad ohne Freisprecheinrichtung. Außerdem rücken vor allem Lkw- und Busfahrer ins Visier der Ordnungshüter.

Die Handy-Benutzung am Steuer ohne Freisprecheinrichtung kostet dann 40 Euro statt zurzeit 30 Euro, außerdem einen Punkt in der Flensburger Straf-sünderkartei. Der Strafpunkt wird fällig, weil die Benutzung ohne Freisprech-anlage künftig als vorsätzliches Vergehen gewertet wird, wie ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte.

Kein Aprilscherz: Auch telefonierende Radfahrer können mit 25 statt 15 Euro zur Kasse gebeten werden, jedoch ohne Strafpunkt. Wer an Engstellen parkt und Rettungsfahrzeuge oder Feuerwehr dadurch beim Einsatz behindert, riskiert ein Bußgeld von 40 Euro. 20 Euro berappen müssen Verkehrsteilnehmer, die nach links statt rechts in einen Kreisverkehr einbiegen.

Stärker ins Visier der Ordnungshüter rücken Lkw- und Busfahrer. Bei "Elefantenrennen" von Trucks auf Autobahnen drohen ertappten "Kapitänen der Landstraße" 40 (bisher 30) Euro Strafe und zudem ein Punkt in Flensburg. Denn solche Überholmanöver blockieren wegen zu geringer Tempounterschiede der Lkw oder Lastzüge oft teils kilometerlang den Verkehr und behindern andere Verkehrsteilnehmer.

Auch Illuminationen der Führerhäuser mit unerlaubten Lichteffekten werden teurer - statt fünf Euro sind 20 Euro fällig. Deutlich höhere Geldbußen und Strafpunkte drohen für technische Mängel von Lkw und Bussen an Lenkungen und Bremsen, bei unzureichender Ladungssicherung, Überschreiten von Tempolimits oder TÜV-Kontrollfristen sowie für Verstöße bei Gefahrguttransporten.

Reisebus-Insassen müssen mit Geldstrafen von 30 Euro rechnen, wenn sie vorhandene Becken-Sicherheitsgurte nicht anlegen und Hinweise des Fahrers nicht beachten. Versäumt es der Fahrer, auf die Gurt-Pflicht hinzuweisen, soll er ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Dagegen ist ein vielfach gefordertes Tempolimit für Kleinlaster zunächst offenbar vom Tisch. Auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar fand sich keine Experten-Mehrheit für einen solchen Schritt.

Viele Kfz-Besitzer haben schon aus den Steuerbescheiden für 2004 erfahren, wieviel sie jetzt mehr zahlen müssen. Denn seit Januar gelten höhere Steuern für Fahrzeuge der Emissionsgruppen 2, 3 und 4. Sie sind um bis zu 1,64 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum gestiegen. Kfz, die die so genannten D4-Abgasnorm einhalten, erhalten noch bis Ende 2005 eine befristete Steuerbefreiung von maximal 306,78 (Diesel: 613,55) Euro. Wer diese noch nutzen will, sollte sich baldmöglichst für den Kauf eines solchen Autos entscheiden.

Die Entfernungspauschale, die Berufspendler für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle steuerlich absetzen können, wurde zu Jahresbeginn auf einheitlich 30 Cent je Kilometer gekürzt. Als Trost bleibt den kostengebeutelten Autofahrern, dass es zunächst weder eine Pkw-Maut noch höhere Gebühren für die Abgasuntersuchung (ASU) geben wird. Das Bundesverkehrministerium stellte dazu klar, Minister Manfred Stolpe (SPD) habe die vom Überwachungsverein TÜV beantragte höhere ASU-Gebühren für "nicht realisierbar" erklärt.

Verschärft wird möglicherweise bald die Strafpunkteregelung in Flensburg. Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf dafür vorgelegt, ein genauer Starttermin steht aber noch nicht fest. Künftig sollen neue Strafpunkte schon ab dem Tattag zu eventuell vorhandenen hinzugerechnet werden, um zu verhindern, dass durch "taktische" Einsprüche gegen Strafbescheide die Eintragung neuer Punkte bis zur Streichung vorheriger hinausgezögert wird.
 

 
  12.03.04

Die SMS feierte Geburtstag

Hurra! Die SMS ist zehn Jahre alt. Am 10. März 1994 kam der Durchbruch, denn auf der CeBIT wurden SMS der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach durfte jeder Kurzmitteilungen schreiben – davor war es nur den Testern vorbehalten. Das beste aber: Die Geschichte der SMS ist eine Geschichte voller Miss-verständnisse:

Bei der Entwicklung des heutigen Handy-Netzes war beim Telefonieren noch ein bisschen Übertragungskapazität übrig, und keiner wusste so recht, was man mit der ungenutzten Kapazität nun anstellen sollte. So haben ein paar Entwickler abends beim Bier die SMS erfunden – Weihnachten 1992. Der Text war: „Merry Christmas“.

Allerdings fand das damals außer den Biertrinkern noch keiner cool, denn niemand wollte die SMS haben – was bitte soll man schon mit 160 Buchstaben machen, die man völlig umständlich irgendwo eintippt? Die SMS war am Anfang so unbeliebt, dass sie der Netzbetreiber D2 Vodafone gar nicht haben wollte. Der verkaufte Teile der SMS-Rechte erst mal an eine Firma, die dann völlig überraschend reich wurde.

SMS ist heute kommerziell fast so erfolgreich wie Telefonieren selbst. Seit der Einführung der D- und E-Netze gibt es kein vergleichbar erfolgreiches Produkt. Viele Handy-Nutzer geben deutlich mehr Geld für SMS aus als fürs Telefo-nieren. So gut wie alle Jugendlichen gehören dazu. Und SMS ist in allen Bevölkerungsschichten beliebt: Die Queen hat letztes Jahr zum ersten Mal eine SMS verschickt. An wen? Das ist unbekannt. Bei uns in Deutschland werden pro Monat drei Milliarden SMS verschickt.

Das Geschäft um die SMS ist allerdings oft auch ein dreckiges, denn man versucht uns mit allen Mitteln Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Beispiel:
Die Netzbetreiber wollen uns mit aktuellen Festnetz-Kampagnen immer wieder klarmachen, dass das Handy immer billiger wird – bei SMS (also dem beliebtesten Handy-Kind der Deutschen) ist aber genau das Gegenteil der Fall: Die wurden im Laufe der Zeit immer teurer. 20 Cent für 160 Buchstaben ist ja eigentlich unverschämt, oder (das entspricht einem Megabyte-Preis von über 1.300 Euro)? Premium-SMS kosten sogar bis zu 2 Euro – und ob man dafür einen Gegenwert erhält, ist genauso fraglich wie bei den meisten merkwürdigen 0190-Nummern.

 

 
  13.03.04
Floh- und Kleidermärkte am heutigen Samstag

Heute findet im Maria-Hilfsaal, Zasiusstraße 109, der Kleidermarkt von 14 bis 17 Uhr statt und bietet eine breite Auswahl an Kleidern. Darunter sind Kleidungsstücke in vielen Größen und für jeden Geschmack zu finden. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Alle Standplätze sind bereits vergeben.

Außerdem startet der ab heute monatlich stattfindende Wiehre Flohmarkt auf dem Marktplatz beim Alten Wiehrebahnhof in der Urachstraße statt. Beginn ist um 15 Uhr (nach Beendigung des Bauernmarktes) und Ende mit Einbruch der Dunkelheit um 19 Uhr.
 

 
  14.03.04
Fast 3400 Stunden fürs Ehrenamt

Die Freiwillige Feuerwehr Oberwiehre / Waldsee zieht eine positive Jahresbilanz ihrer Arbeit. In der Hauptversammlung der Abteilung 7 zog Abteilungskomman-dant Jürgen Albrecht eine beachtenswerte Leistungsbilanz der "Floriansjünger" aus dem Stadtteil Oberwiehre / Waldsee. So besteht der Löschzug 7, wie er bis vor ein paar Jahren noch hieß, aus insgesamt 27 einsatzfähigen Männern und hat zusätzlich 14 Jugendliche, die in der Jugendabteilung ihren Dienst tun.

14 Mal musste im vergangenen Jahr ausgerückt werden. Dabei reichte die Einsatzpalette von der Unterstützung der Berufsfeuerwehr beim Großbrand in der Firma Bäko und im Lagerkeller der Brauerei Ganter über das Löschen von Zimmerbränden im eigenen Stadtteil und Einsätzen im neuen Tunnel unter der Schützenallee bis zu Wespenbekämpfung, Baumfällarbeiten und Bewässerung der Anpflanzungen im Möslepark, die beim letztjährigen heißen Sommer dringend mit Wasser versorgt werden mussten.

Daneben traf man sich zu weiteren 15 Übungen. Wenn man die Stunden der ehrenamtlichen Wehrmänner aus der Oberwiehre zusammenzählt, die sie im vergangenen Jahr für den Dienst an der Gemeinschaft erbracht haben, so ergibt sich die stolze Zahl von 3390 Stunden. Albrecht konnte auch einige Beförderungen aussprechen. So wurden Simon Allgeier und Daniel Ay zu Oberfeuerwehrmännern ernannt und Michael Schöffling erhielt den Rang eines Löschmeisters. Das Ehrenzeichen in Silber erhielt Oberlöschmeister Peter Zeller, der seit 26 Jahren aktiv ist. Mit Erreichen des 65. Lebensjahres ist Albert Philipp nach 36 Dienstjahren in die Altersabteilung übergetreten. Er war mit seinem handwerklichen Geschick immer eine wichtige Person in den Reihen des Löschzuges.

Höhepunkt des Abends war dann die Verabschiedung von Werner Geng, einem "Urgestein" der Oberwiehre. 1968 war er in die Abteilung 7 eingetreten und durchlief die gesamte Laufbahn vom einfachen Feuerwehrmann bis zum Oberbrandmeister. Von 1979 bis 2000 war er der Abteilungskommandant und Zugführer der Löschtruppe. Er war von Anfang ein Verfechter des dezentralen Konzeptes, was auch durch die Inbetriebnahme eines eigenen Gerätehauses in der Schwarzwaldstraße 111 im Jahre 1989 sehr früh umgesetzt wurde. Mit "Standing ovations" verabschiedeten ihn seine Kameraden.

Neben den Dankesworten von Branddirektor Schneider und Stadtbrandmeister Schönewald lobte auch der Bürgervereinsvorsitzende Thomas Oertel die Einsatzbereitschaft des Oberwiehremer Löschzuges. Schon jetzt beschäftigt sich der Zug mit der Feier seines 100-jährigen Bestehens, das im Jahre 2006 ansteht. Bis dort sollte auch das neue Gerätehaus beim alten Wiehrebahnhof in Betrieb sein, denn der Mietvertrag im Domizil in der Schwarzwaldstraße läuft demnächst aus.
 

 
  15.03.04
Kreativität einmal anders - Bremsleitung mit Kondom repariert

Die vielseitige Verwendbarkeit von Präservativen im Verkehr hat ein Lkw-Fahrer in Bruchsal unter Beweis gestellt: Er hatte seine defekte Bremsleitung notdürftig mit einem Kondom ausgebessert.

Der 43-jährige Fahrer wurde auf der A 5 von der Polizei gestoppt. Als die Beamten seinen mit Gebrauchtwagen beladenen Lkw bei einer Routinekontrolle anhielten, entdeckten sie das kreative Ersatzteil. Die defekte Bremsleitung sei "notdürftig mit einem Kondom geflickt, da die Bremsluft abgeblasen wurde", hieß es im Polizeibericht.

Am Anhänger habe zudem nur eine von vier Bremsen funktioniert. Der mit älteren Gebrauchtwagen beladene Lastwagen wurde aus dem Verkehr gezogen. Dem findigen Fahrer droht eine Anzeige.
 
 

 
 
   

Wiehre Online Ende Februar 2004

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