Aktuelles

Ende März 2004
 
 

 


Wiehre Online ( Zeitraum: 16.03.04 - 31.03.04  )
 
 
16.03.04

Veronika, der Lenz ist da

Frühlingserwachen
 

 
  17.03.04
2100 Euro Lotto-Spende für die Janusz-Korczak-Schule

Nach dem Erfolg vom vergangenen Jahr bot die Toto-Lotto Bezirksdirektion Südlicher Oberrhein GmbH der sich in privater Trägerschaft befindlichen
Janusz-Korczak-Schule erneut ihre Hilfe bei der Aktion "Mehr Platz für unsere schwerbehinderten Kinder" an und stellte im Einzugsbereich der Schule in Freiburg, den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald in den Toto-Lotto Verkaufsstellen 90 Spendenhäuschen auf. Die Bezirksdirektion möchte durch diese Aktion die Schulerweiterung unterstützen. Die 90 Toto-Lotto Verkaufsstellen wurden von ihnen selbst besucht, um vor Ort über die Schule und ihre Raumnot zu berichten. Die Spendenhäuschenaktion lief bis Ende Februar. Es konnte ein Erlös von 2100 Euro erzielt werden. Die Janusz-Korczak-Schule befindet sich in der Goethestraße 31. Sie ist eine Schule für schwer geistig und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche.
 
 
  18.03.04
Gemeinderäte fordern weiter Tempo 40 in der Günterstalstraße

Stadträte der CDU und der Grünen fordern weiter aus Gründen des Lärm-schutzes eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 40 in der südlichen Günterstalstraße im Bereich der Kreuzung Lorettostraße. Anwohner klagen
dort über Lärmbelästigungen durch zu schnelle Autos auf der beschädigten Straßendecke.

Bürgermeister Matthias Schmelas sieht derzeit allerdings keinen Handlungs-bedarf, wie er Grünen-Stadtrat Helmut Thoma in einem Schreiben mitteilte.
Die Messungen hätten nur wenige Geschwindigkeitsübertretungen ergeben. Zwischen dem 8. Januar und dem 2. März dieses Jahres seien bei 17 Kontrollen rund 3217 Fahrzeuge gemessen worden. Lediglich 97 Fahrer und damit drei Prozent hatten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritten, berichtet Schmelas. Auch werde - entgegen den Berichten der Anwohner - nachts "nicht wesentlich schneller" gefahren als tagsüber. 80 Prozent der 17 Beanstandungen bei nächtlichen Kontrollen seien im Bereich bis zu zehn Stundenkilometer Tempo-Überschreitung gelegen, so der Bürgermeister.

Grünen-Stadtrat Helmut Thoma hakt trotz der geringen Sünderquote nach: "Letztendlich genügt eine Handvoll Raser pro Nacht, um den in der Umgebung lebenden Menschen den Schlaf zu rauben oder zumindest empfindlich zu stören". Gerade weil hier nicht ständig ein hoher Geräuschpegel herrsche, sei die Ruhestörung durch einzelne Vorfälle umso gravierender.

Auch die CDU-Stadträte Ellen Breckwoldt und Hansjörg Sandler verlangen ein Tempolimit in der südlichen Günterstalstraße. Die wechselweise mit Kopf-steinpflaster und Asphaltflächen gebaute Straßendecke sei stark verformt und führe zu "polterndem und lautem Verkehrslärm". Sollte das geforderte Tempo-limit den Lärmpegel nicht senken, sind die beiden CDU-Stadträte für eine Sanierung der Straße.
 

 
  19.03.04
Das Holbeinpferd hat Gesellschaft bekommen ...

Musikantenstadl in der WiehreMusikantenstadl in der Wiehre
Musikantenstadl in der WiehreMusikantenstadl in der Wiehre
 
 
  20.03.04
Frühlingsanfang und Straßenbahnfest

Mit einem großen Fest wird am morgigen Samstag die Inbetriebnahme der neuen Stadtbahnlinie 5 gefeiert. Rund um die Johanneskirche gibt es jede Menge Unterhaltung, Information und Bewirtung. Auf dem gesamten Liniennetz der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) gilt am Samstag: freie Fahrt für alle.

Gegen 10.30 Uhr treffen Sonderwagen mit den Ehrengästen im Ortszentrum Haslach ein, die am Scherrerplatz in Haslach von Blasmusik und Chor begrüßt werden. Hier wird ein Stadtbahnwagen auf den Namen "Haslach" getauft. Danach fährt der Ehrengastkonvoi weiter zur Johanneskirche, wo er etwa um 11.15 Uhr eintreffen wird. An der Johanneskirche werden die ersten Wagen durch die Blasmusik der VAG und von Kindern der Waldorfschule empfangen, die den Wagen das letzte Wegstück ziehen. Auf dem Kirchplatz befindet sich eine Budenstadt. Von der Bühne aus wird die neue Linie durch einige Fest-redner gebührend gewürdigt. Nach einer symbolischen Weichenstellung durch die Festredner wird die Linie gegen 12 Uhr offiziell eröffnet. Schüler der Waldorfschule singen dazu ein selbstverfasstes Stadtbahnlied.

Das Festprogramm Auf der Bühne und auf dem Festplatz findet zwischen 10 und 17 Uhr ein abwechslungsreiches Programm statt. Viele Anlieger aus der Wiehre bieten Unterhaltung, Information und Bewirtung. Das reicht von Darbietungen des Rhythmik-Studios oder einer Fahrzeugausstellung der Freiwilligen Feuerwehr bis hin zu Irish Folk und vielem mehr. Mit dabei sind auch die "Halleluja Stompers" und eine Cheerleadergruppe.

Das Amt für Öffentliche Ordnung wird von 10 bis 13 Uhr für Kunden geöffnet haben und das neue Bürgeramt an der Ecke Basler Straße/ Günterstalstraße veranstaltet einen Tag der offenen Tür. Auch die "Baslersträßler" mischen bei der Eröffnung mit. Sie veranstalten ein Fahrrad-Langsamfahrwettbewerb mit Promis wie OB und Regierungspräsident, verkaufen mit Rentierschinken gefüllte Teigtäschle und "Bahnanen".

Für die Veranstaltung am Samstag ist die Günterstalstraße zwischen der Lessingstraße und der Einmündung der Basler Straße stadtauswärts, sowie die Baslerstraße zwischen Günterstalstraße und Goethestraße gesperrt. Anwohner können jedoch passieren.
 

 
  21.03.04

Impressionen der gestrigen Stadtbahneröffnung

Linie 5Linie 5Linie 5
Linie 5FestredenFestreden
ZuhörerZuhörerFestredner
Gruppenbild mit DameSchuhhaus VolkmannFreie Waldorfschule
 

 
  22.03.04
Sicherheit für Fußgänger

Tiefbauamt hat die Einfahrt von der Loretto- in die Johann-von-Weerth-Straße verengt. Durch eine Erweiterung der vorhandenen Sperrfläche und einen zusätzlichen Poller ist die Straßeneinmündung der Johann-von-Weerth-Straße in die Lorettostraße verengt worden.

Ziel der Aktion: mehr Sicherheitheit für die Fußgänger, vor allem auch der Kinder auf dem Schulweg, die die Johann-von-Weerth-Straße an dieser Stelle überqueren. Bislang können Fahrzeuge, die von Osten kommend aus der Lorettostraße in die Johann-von-Weerth-Straße abbiegen, nahezu geradlinig in diese Straße einfahren. Mit der zusätzlichen Einengung der Straßeneinmün-dung müssen die Abbieger künftig spürbar die Fahrtrichtung ändern. Dies wird zu geringeren Geschwindigkeiten beim Abbiegen führen und unterstützt außerdem den Vorrang, den querende Fußgänger gegenüber den abbiegenden Fahrzeugen genießen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Zugleich wird durch die zusätzliche Einengung verdeutlicht, dass die Hauptfahrrichtung entlang der Lorettostraße verläuft und die Johann-von-Weerth-Straße eine Wohnstraße ist. Damit wurde ein Ergebnis aus dem "Vor-Workshop" zur Planungswerkstatt Quartierverkehrskonzept Unterwiehre umgesetzt. Die Verkehrsexperten des Tiefbauamts waren sich mit den Anwesenden im Vor-Workshop einig, dass an dieser Stelle sofort gehandelt werden sollte, meldet die Stadtverwaltung. Weiter gehende Vorschläge zur Vermeidung von "Schleichverkehr" in der Johann-von-Weerth-Straße und der Christoph-Mang-Straße sollen dann im Rahmen der Planungswerkstatt im Juli diskutiert werden.
 

 
  23.03.04
Bürgergespräch in der Wiehre

Beim Bürgergespräch in der Wiehre gab es am vergangenen Samstag Debatten um die Günterstalstraße und das Anwohnerparken.

Neben der Lorettostraße kamen auch noch zwei weitere strittige Themen zur Sprache: die Ausweitung der so genannten Parkraumbewirtschaftung auf das Sternwald-Viertel und die Belästigung durch nächtliche Raser in der Günterstalstraße. Hier fordern die Anwohner weiter mit Nachdruck eine Tempo-Begrenzung auf 40 Stundenkilometer.

In Sachen Parkzonen kam am Freitag im Gemeindesaal von St. Cyriak ein klares Signal von Oberbürgermeister Dieter Salomon: "Ich gehe davon aus, dass das westlich und östlich der Günterstalstraße machbar ist". Bislang war nur der östliche Bereich im Gespräch gewesen, weswegen die Anwohner im Holbeinviertel zugeparkte Straßen durch den Verdrängungseffekt befürchteten. Auch Bürgermeister Matthias Schmelas hatte zuvor betont, dass die Stadtverwaltung noch nicht entschieden habe und "offen für alle Vorschläge" sei.

Die Bewohner im Quartier favorisieren offenbar mit klarer Mehrheit die große Lösung. Mit diesem Ergebnis, so berichtete Vorsitzende Christa Dzionara, endete jüngst eine Mitglieder-Befragung in einer Versammlung des Bürgerforums "Lebenswerte Wiehre". Im Bürgergespräch klagten Bürger, dass sich die Unter- und Mittelwiehre "zum großen Park-Ride-Parkplatz für die Innenstadt entwickelt". Deswegen wird die Parkraumbewirtschaftung begrüßt.

Das Bürgerforum regte nun noch an, wie in anderen Städten "Besucherkarten" auszugeben, damit Anwohner ihren Gästen eine Parkmöglichkeiten bieten können. Bernd Schauenburg vom Vorstand des Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre regte an, dass Arbeitnehmer, die von auswärts kommen und im Quartier arbeiten, eine "Monatsparkkarte" erwerben können. Das widerspreche jedoch genau dem, was man durch die Parkplatz-Bewirtschaftung erreichen möchte, meinte der OB, der zum Umstieg auf den ÖPNV riet.

Kontrovers diskutiert wurde auch das von Anwohnern und inzwischen auch von Gemeinderäten geforderte Tempolimit in der südlichen Günterstalstraße. Die Anwohner fühlen sich durch das Kopfsteinpflasterband an der Kreuzung Günterstal-/ Lorettostraße um den Schlaf gebracht. "Wann wird das Kopfsteinpflaster endlich durch Asphalt ersetzt?" fragte ein Bürger. Dies sei nicht geplant, entgegnete Bürgermeister Schmelas, der vergangene Woche in einem Schreiben schon auf die geringe Zahl der Geschwindigkeitsüberschrei-tungen an dieser Stelle hingewiesen hatte. "Es wurde zur falschen Zeit an der falschen Stelle gemessen", kritisierte der Bürger weiter. OB Salomon sicherte eine erneute ernsthafte Prüfung des Anliegens der Betroffenen zu.
 

 
  24.03.04
Heute endet die CeBIT 2004

Sie ist der Härtetest für Aussteller und Besucher, die organisierte IT-Hölle, die Cebit. Besonders der erste Besuch, sagen Profis, soll hart sein. Dabei lernt man "Cebitting" so schnell - und zwischen braven Hostessen, scharfen Avataren und verlassenen Spiele-Boliden auch was fürs Leben.

Das erste Mal. Das ist immer besonders schlimm, sagen die, die es wissen müssen. Aber gemacht haben muss man's mal, heißt es. Nicht zu viel vornehmen heißt es. Also los, Cebit 2004.

Die Cebit beginnt nicht in Hannover, sondern am Hamburger Bahnhof. Der ganze Bahnsteig ist voller Anzüge, die alle nach Süden wollen. Überhaupt: Anzüge. Gut, der Dotcom-Boom ist vorbei, die neue Lässigkeit ist längst ein alter Hut, aber man ist dann doch überrascht: Die Menschen auf der Cebit sind alle in Anthrazit. Im Bundestag ist man deutlich legerer gekleidet als auf der größten IT-Messe der Welt.

Vom Bahnsteig aus geht es durch klaustrophobisch verstopfte Treppenaufgänge und den "Skywalk" zum Messegelände. Auf dem Laufband fotografieren Japaner die Messehallen von oben, bedanken sich mit artigem Diener, wenn andere Anzüge ihnen nicht vor die Linse laufen. Am Eingang muss man anstehen - aber nur wegen der Steckkarten - Sicherheitskontrollen gibt es nicht. Computerfans kann man trauen, scheint's, die Cebit ist offenbar terroristenfreie Zone.

Futter für Anthropologen: Rollen und singen

Auf dem Messegelände dann: gesetzte Herren in Geschäftsanzügen, die mit Hartgummi-bereiften Alurollern über den Asphalt flitzen. Waren die Dinger nicht inzwischen da angekommen, wo sie hingehören, auf den Spielplätzen nämlich? Ein Mobilfunkanbieter war offenbar anderer Meinung, und deshalb machen sich gestandene Manager jetzt auf dem Weg von Halle 2 zu Halle 14 lächerlich.

Überhaupt liegt öffentliche Selbstdemütigung im Trend. Bei Logitech zum Beispiel dürfen sich Messebesucher mit dem "Singstar"-Mikrophon für die Playstation 2, einer Art Karaoke-EyeToy, zum Hanswurst machen. Das Schlimme ist: Man hört nicht nur, wenn jemand falsch singt, man sieht es auch - das Gerät verzeichnet erbarmungslos jeden Fehler in Tonhöhe und Rhythmus, Punkte gibt es nur fürs Richtig-Singen - das heißt eher selten. Das Publikum freut's.

Gleich nebenan, am Stand eines Soundkartenherstellers, kann man sich von einem Funkmikro-Marktschreier auf den Arm nehmen lassen. "Stimmt es, dass ihr für den Eintritt 36 Euro bezahlt habt?", fragt er die auf Geschenke hoffende Menge, der das ein bisschen peinlich zu sein scheint. "Dann könnt ihr den Rest ja hier nebenan ausgeben, da kostet eine Bratwurst 14 Euro, glaub' ich."

Nein, eine richtige Konsumentenmesse ist die Cebit nicht, auch wenn man dieses Jahr mehr Wert auf Unterhaltungselektronik legt und wieder näher an die Verbraucher ran will. Nur nicht an allzu viele Verbraucher gleichzeitig - der Eintrittspreis als Massen-Regulativ. Die braven Zahler mühen sich dann umso redlicher, ihre Kosten mit Abstauben wieder hereinzuholen - was gar nicht einfach ist.

Profis stauben ab, Anfänger tragen Tüten

Die Zeiten des großen Verschenkens sind vorbei, allenfalls Prospekte und Handzettel bekommt man überall in die Hand gedrückt. Umso rätselhafter, was all die Menschen in den riesigen Papiertüten mit sich herumtragen, die man überall sieht. Jeder größere Aussteller verschenkt diese Tüten - statt Inhalt. Messebesucher laufen als wandelnde Werbeträger durch die Gegend, ob Anzug oder Turnschuh.

Die einzigen ohne Tüten sind die echten Cebit-Profis, die Standbetreuer, Produkterklärer, die Hostessen. Von denen wird ja viel gesprochen, Sex sells und so weiter, aber im Großen und Ganzen geht es doch recht züchtig zu. Ein paar sehr attraktive junge Damen, die extra eingeflogen worden sind, laufen im "Herr der Ringe"-Kostüm über die Messe - bewerben aber irgendeine Software für Luftaustausch. Oder so ähnlich. Die Stand-Damen von Freenet.de tragen Giftgrün, sind im Minirock und wirken erst bei der Zigarettenpause vor der Halle so richtig entspannt - wenn auch etwas durchgefroren.

Den meisten Sex bietet eindeutig Grafikkartenhersteller Nvidia: Das Maskott-chen heißt "Dawn", eine sehr knapp geschürzte Dame mit Schmetterlings-flügeln, allgegenwärtig und leider ganz und gar virtuell. Von jeder zweiten Wand lächelt Dawn auffordernd herunter, oft mit der Aufforderung "Spiel mit mir".

Beim Grafik-Konkurrenten ATI gibt es dagegen artige Demos, eine live gerenderte Fahrt durch dunkle Lavahöhlen zum Beispiel. "Könnte auch eine Darmspiegelung sein", kommentiert ein Besucher, der offenbar vom Fach ist.

Amtsstaub und Promi-Knie von Innen

Viel ruhiger, seriöser als bei den Entertainern von der Unterhaltungselektronik geht es anderswo zu, im "Public Sector Parc" zum Beispiel. Da präsentieren sich Behörden, Ministerien und Bundesländer, E-Government ist das Stichwort.

So, wie sich das anhört, ist auch die Atmosphäre, man fühlt sich gleich ganz wie zu Hause - in der deutschen Provinz. Fast erwartet man, neben Podiums-diskussion und Polizeimotorrad gleich einen Stand zum Stampflehmbau oder einen Heimsauna-Aussteller anzutreffen.

Und dann, völlig überraschend, endlich ein bisschen Glamour. Am Stand des Bundeslandes Hessen lässt sich Steffi Jones, deutsche Fußballweltmeisterin 2003, von einem Arzt das Knie durchleuchten. Der hessische Wirtschaftsminis-ter ist auch da, und eigentlich soll das Innere von Frau Jones' Knie auch noch an einen anderen Stand elektronisch weitergereicht werden, aber das klappt gerade nicht. Egal, Hauptsache endlich mal einen Prominenten erspäht.

Party ist, wenn man nichts bekommt

Am allerstillsten ist es, man glaubt es kaum, im Daddelzentrum. Für die "World Cyber Games" hat man reihenweise spieltaugliche Hochleistungsrechner installiert, ein Netzwerkparty-Paradies - und kein Mensch ist da. Während sich die Counterstrike-Süchtigen an den Ständen der Grafikkartenhersteller drängeln, herrscht im Game-Center gähnende Leere, zumindest am Eröffnungs-tag. Wahrscheinlich sind die Jungs mit den flinken Fingern und dem lockeren Maus-Handgelenk zu sehr damit beschäftigt, ihre Papiertüten mit irgendetwas zu füllen.

Am Abend dann der Versuch während einer der legendären Standpartys, bei einem deutschen Handy-Bezahl-Service, einen kostenlosen Cocktail abzu-zweigen. Die Stimmung ist gut, die Musik ist schlecht aber laut, der einsame Barkeeper ist völlig überfordert. Die Chefin der Standhostessen lässt sich mit übergewichtigen Managern fotografieren und verteilt Visitenkarten an die durstige Kundschaft. Nach zwanzig Minuten Wartezeit bitte ich sie um Hilfestellung und werde darauf hingewiesen, ich habe mich hinten anzustellen.

Zum Glück gibt es kühle Getränke auch an der Tankstelle vor der Tür. Im Zug treffe ich Matthias und Dörte aus Hamburg. Die sind Programmier, sie tragen keine Anzüge und haben auch Bier dabei. Früher, sagen sie, sei man auch schon schlecht behandelt worden auf der Messe. Aber wenigstens habe man ab und zu etwas geschenkt bekommen. Dörte ist trotzdem ganz glücklich. Sie hat den Kanzler gesehen heute Morgen - in Anthrazit.
 

 
  25.03.04
Frühling nimmt Auszeit

Nachdem der Frühling im Moment eher eine Auszeit nimmt, möchten wir an dieser Stelle die graue und nasskalte Zeit mit einem Bild aus besseren Tagen überbrücken. Weitere Informationen über das Wetter finden Sie hier.

Tricolore
 
 
  26.03.04
Die Olympia-Fackel ist unterwegs

Genau 108 Jahre nach Beginn der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit am 25. März 1896 (julianischer Kalender) hat die Schauspielerin Thaleia Prokopiou gestern im antiken Olympia das Olympische Feuer für die 28. Sommerspiele vom 13. bis 29. August in Athen entzündet.

Das traditionsreiche Zeremoniell verlief problemlos, denn trotz einiger Wolken hielt sich auch die Sonne daran: "Apollo (antiker Gott der Sonne), sende uns die Strahlen für die heilige Fackel", sagte die 31-Jährige als "Hohe Priesterin", die die Fackel mit einem Parabolspiegel entzündete. "Das Olympische Feuer vereinigt uns alle", erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge. "Wir Griechen haben lange auf diesen Moment gewartet", sagte am griechischen Nationalfeiertag die Präsidentin des Athener Organisationskomitees ATHOC, Gianna Angelopoulos Daskalaki, als sich Speerwerfer Kostas Gatsioudis als erster Läufer zum längsten Fackellauf der olympischen Geschichte auf die ersten Meter des rund 78 000 Kilometer langen Weges machte. 18 000 zugelassene Zuschauer begleiteten ihn mit Beifall, bis er die Fackel an Alexander Popow, den russischen Schwimm-Olympiasieger, übergab. Allerdings hatten zunächst die scharfen Sicherheitsmaßnahmen die Freude der Besucher getrübt.

Das Feuer wird zunächst durch die Halbinsel Peloponnes getragen. Am 31. März soll es in Athen ankommen. Dort wird es auf einem Altar vor dem vollständig aus Marmor gebauten Panathinaikon-Stadion, dem Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896, brennen. Am 3. Juni beginnt die Weltreise. Erster Stopp wird am 4. Juni Sydney sein, wo im Jahre 2000 die bislang letzten Olympischen Spiele stattgefunden hatten. Das Feuer wird am 29. und am 30. Juni auch durch München und Berlin getragen. Erstmals soll es auch nach Afrika (Kapstadt) und Südamerika (Rio de Janeiro) kommen.
 

 
  27.03.04
Sirenenprobe

Heute um 10 Uhr findet eine Sirenenprobe statt. Folgende Signale sind zu hören: Ein 60 Sekunden-Dauerton, der zweimal für 12 Sekunden unterbrochen wird, signalisiert "Feueralarm". Mit dem Signal "Entwarnung" - einem Dauerton von 60 Sekunden Länge - wird der Test beendet. Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz bittet unter telefon 0761 / 201 - 33 15 mitzuteilen, wenn eine Sirene nicht auslöst.
 
 
  28.03.04
Uhr schon umgestellt ?

In der Nacht zum heutigen Sonntag wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt.
Damit bleibt es abends länger hell, morgens ist es dafür länger dunkel.
Die Sommerzeit ( MESZ ) gilt bis zum 31. Oktober.

Für diejenigen, die schon einmal in der Tanzstunde waren gibt es eine gute Formel für die Zeitumstellung: 3 Stunden vor und 2 Stunden zurück. :-)


 
  29.03.04
Erster Freiburg-Marathon

Superwetter, Superstimmung, Superstadt - mit Superlativen sparten gestern weder Veranstalter noch Teilnehmer des ersten Freiburg-Marathons. Knapp 9000 Läuferinnen und Läufer bewältigten die 21,097 Kilometer lange Strecke. 3361 Teilnehmer liefen die Runde zweimal und damit die Marathon-Distanz.
Mit 2:33-Stunden kam der Freiburger Max Frei als Schnellster ins Ziel auf der Messe. Nach Schätzungen der Polizei verfolgten 12 000 Zuschauer das Spektakel. Die Veranstalter hatten mit 50 000 gerechnet.

"Der liebe Gott ist ein Freiburger." Kurz bevor er am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr auf der Messe den Startschuss zum Halbmarathon abgibt, schwärmt Oberbürgermeister Dieter Salomon bereits von der gelungenen Premiere des Freiburg-Marathons. Zwar liegt die Temperatur nur wenig über null Grad, aber die Sonne scheint vom blauen Himmel. "Nicht rempeln", mahnt Pit Jenniches, der Mann am Mikrofon noch. Dann geht's los: Zehn Minuten dauert es, bis der letzte der 5607 Läufer im Rhythmus lauter Popmusik über die Startlinie getrabt ist. Mehr Platz haben die Zuschauer hinter den Absperrgittern - es ist ja auch noch früh, zumal die Zeitumstellung eine Stunde Schlaf geraubt hat.

40 Minuten später machen sich die Marathonläufer auf ihren 42,195 Kilometer langen Weg. Um 9.40 Uhr biegt bereits das Vorausfahrzeug des Halbmarathons auf die Zielgerade, dicht gefolgt von dem Freiburger Sportstudenten Max Frei, der eine Siegerzeit von 1:10 Stunden vorlegt. Von einer "Super-Stimmung" auf der Strecke berichtet er. Mit der Startnummer eins läuft gegen Viertel nach zehn Bernd Dallmann, Chef der Freiburg Wirtschaft und Touristik, ins Ziel. Erschöpft aber glücklich sieht der Mann aus, der die Idee mit dem Marathon hatte: "Ich wusste gar nicht, dass Freiburg so groß ist."

Um kurz nach 12 Uhr trommelt am Konzerthaus eine Sambagruppe. Auch hier haben Zuschauer genügend Platz. Sie beklatschen die Läufer, die einzeln oder in Grüppchen über die blaue Brücke kommen. "Freiburg hat was", meint Christel Riesbauer, die mit ihrem Mann aus Pforzheim angereist ist. Jetzt sucht sie die Menge der Läufer ab, um ihre Freunde aus Kirchzarten zu entdecken. Richtig gut ist die Stimmung am Schwabentor, wo die Athleten in beide Richtungen unterwegs sind. Aus den Lautsprechern dröhnen die Blues Brothers, Cheerleader hüpfen, es riecht nach Bratwurst und die Menge jubelt den Läufern zu. Party ist auch in Herdern angesagt, wo die Zuschauer Spalier stehen und mit Kuhglocken bimmeln.

Zurück auf der Messe ist OB Salomon gerade dabei, die Marathon-Siegerinnen zu ehren. Birgit Bartels aus Kirchzarten war mit 2.59-Stunden die schnellste Frau. "Ohne Ihre Leistung schmälern zu wollen", meint Salomon, "Marathon ist der einzige Sport, wo es 10 000 Sieger gibt". Manche der Läufer im Ziel sehen wirklich glücklich aus, als sie ihre Medaillen in Empfang nehmen. Viele kommen aber mit verzerrten Gesichtern an, humpeln, manche brechen gar zusammen. "Das Wunder von Freiburg" ruft der Veranstalter Gernot Weigl bei der anschließenden Pressekonferenz aus. Gemeint ist die Teilnehmerzahl, die immerhin fast doppelt so hoch war als veranschlagt.

Aber auch ein bisschen Selbstkritik ist angesagt: Manche Stellen auf der Strecke seien zu eng gewesen. Außerdem gab es Gedrängel, als die schnellsten Marathonläufer die Halbmarathon-Teilnehmer einholten. Über die Frage, ob man im nächsten Jahr nicht eine Stunde später starten könne, verspricht Weigl nachzudenken. Für sieben Jahre hat er mit der Stadt Freiburg einen Vertrag abgeschlossen. "Keine besonderen Vorkommnisse" meldet am Abend die Polizei. Die Zahl der Zuschauer schätzt sie auf 12 000. Dies sei nur eine "Momentaufnahme", sagt ein Sprecher. Es sei nicht auszuschließen, dass im Laufe des Tages mehr Menschen den Marathon verfolgt hätten.
 

 
  30.03.04
Zum Tode Peter Ustinovs

Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller, Comedian, Weltbürger und Humanist: Mit Sir Peter Ustinov verliert die Welt ein künstlerisches Multitalent und einen beherzten Botschafter der Völkerverständigung, der die Menschen liebte und mit Geist und Witz zu fesseln verstand.

Kritiker, denn auch solche gab es, sagten über Sir Peter Ustinov, er habe sein überbordendes Talent verschwendet, indem er sich verzettelte, sich nicht auf eine Sache konzentrieren wollte oder konnte.

Tatsächlich gab es kaum einen Künstler, auf den das Wort Tausendsassa besser passte, als auf Ustinov, der noch als Teenager zum Schauspieler wurde, später Theaterstücke, Sachbücher und Prosa schrieb, als Conférencier und Komiker mit Bonmots und geistreichen Witzen für Lacher sorgte, und schließlich im Dienste der Völkerverständigung und als Botschafter des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) für mehr Menschlichkeit warb.

Ein Clown, ein Schelm, ein Multitalent, ein "Weltbürger", wie Bundespräsident Johannes Rau ihn einst nannte. Ustinov tanzte mit der Queen von England und bekam zu seinem Geburtstag einen Anruf vom Generalsekretär der Uno. Die Welt verehrte und liebte ihn, weil er den Menschen stets ein Lächeln schenkte, selbst wenn er über jene Krisen, Missstände und Ungerechtigkeiten ging, deren Beseitigung ihm eine Herzensangelegenheit war. Unvergessen sind öffentliche Auftritte Ustinovs bei Lesungen und Festakten, wo er bis zuletzt seine Späße mit Fotografen trieb, sich Bücher auf den Kopf legte oder jene Anekdoten erzählte, für die er ebenso berühmt ist wie für seine Filmrollen.

Das Leichtherzige und humorig Hintersinnige seines Wesens machte den überzeugten Menschenfreund und Humanisten zum perfekten Botschafter für Völkerverständigung. Als langjähriger Unicef-Sondergesandter reiste Ustinov durch die ganze Welt, um auf Unrecht, Kindernot hinzuweisen und gegen Vorurteile und Diskriminierungen zu wirken. Noch im vergangenen Jahr erschien sein Buch "Achtung! Vorurteile" (Hoffmann & Campe), in dem Ustinov mit scharfer Zunge gegen Engstirnigkeiten aller Art zu Felde zieht. Der Krieg gegen den Irak beispielsweise, schrieb Ustinov, sei "auf der Basis von Vorurteilen" geführt worden. Er fragte sich: "Wie schläft eigentlich George Bush?".

Mehr noch als die aktuelle Politik lag ihm jedoch das Alltägliche am Herzen, die kleinen Missverständnisse, die vorgefassten Meinungen, der schiefe Blick auf ausländische Mitbürger. Ustinovs Kunst war es, sein Anliegen - Kinder, Menschen, versteht euch doch! - nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu propagieren. Im Plauderton, oft mit Anekdoten aus seiner reichhaltigen Biografie gewürzt, hielt er seinen Zuhörern charmant den Spiegel vor, ohne sie zu demütigen oder ihnen zu nahe zu treten. Dieses gelebte Understatement ist vielleicht eine der wenigen britischen Eigenschaften, die man dem Weltbürger Sir Peter zurechnen kann.

Was der Welt verloren geht, ist ein Mensch, der seine Mitmenschen ganz unvoreingenommen liebte und ihnen weise, und manchmal leise kopfschüttelnd den rechten Weg zeigen wollte. Selbst in den letzten Monaten des vergangenen Jahres, als er zu den zahlreichen Benefiz-Veranstaltungen und Preisverleih-ungen, zu denen er als Redner, Laudator oder Ehrengast eingeladen war, nur noch im Rollstuhl erscheinen konnte, war die Präsenz Peter Ustinovs ungebro-chen: Eine Aura der Gutmütigkeit umwehte ihn, die Menschen, egal wie unterschiedlich sie sein mochten, sofort berührte und versöhnte. Der Ehrfurcht, mit der man ihm zuletzt immer wieder begegnen wollte, machte er mit einem anarchischen Scherz oder einer burlesken Anekdote schnell den Garaus. Sich selbst zu feiern, dafür hatte der Vielbeschäftigte keine Zeit.

Sir Peter Ustinov lebte mit seiner dritten Ehefrau, der französischen Schriftstellerin Hélène du Lau d'Allemans am Genfer See. Ustinov, seit Jahren schwer zuckerkrank, starb in der Nacht zum Montag in einem Schweizer Krankenhaus in Genoilier an Herzversagen.
 

 
  31.03.04
Tickt es in Freiburg richtig?

120 öffentliche Uhren gibt es in Freiburg, die von der so genannten Mutteruhr im Rathaus ferngesteuert werden. Pannen gibt es dabei immer wieder.

Die Freiburger nehmen es mit der Zeit genau. Absichtlich eine Stunde nach geht die Uhr im Tower des Flughafens: "Das ist eine Zulu-Uhr", sagt Flugleiter Rolf Egler. "Zulu" stehe im Nato-Alphabet für den Buchstaben Z und bezeichne die internationale "Coordinated Universal Time", nach der Flugzeuge verkehren.

Uhren sind Hingucker. Sie schmücken Kirchtürme, sie hängen am Bahnhof oder stehen aufgepfählt an Straßenkreuzungen. "Selbst wer eine Armbanduhr trägt, schaut zum Zeitvergleich auf unsere Turmuhr im Schaufenster", sagt Dorothea Feigl, Inhaberin des Uhren Ateliers in der Konviktstraße. Damit diese Uhr stets richtig geht, muss Feigl sie zweimal am Tag aufziehen. So durchweg mechanisch laufen nur noch die wenigsten öffentlichen Uhren in Freiburg.
Sogar die 150 Jahre alte Münsteruhr zieht seit 1972 ein Elektromotor auf, seit 1984 wird sie per Funk gesteuert.

Fast alle öffentlichen Uhren in Freiburg sind ferngesteuert. Die so genannte Mutteruhr im Keller des Alten Rathauses betreibt insgesamt 120 Uhren im Stadtgebiet, darunter auch die in den Schulen: "Sie gibt jede Minute einen elektrischen Impuls ab, der über Erdkabel bei den Zieluhren eintrifft", erklärt David Edte von der Badenova-Tochter Baden IT. Die Mutteruhr selbst - eine in einem Metallschrank untergebrachte Schaltstation - laufe per Funksignal. Störungen, sagt Edte, "treten immer wieder auf". Etwa wenn der Impuls aufgrund von Kabelarbeiten verloren gehe. Dann rücken die Baden IT-Leute zur Reparatur aus.
 

 
 
   

Wiehre Online Anfang März 2004

Wiehre Online Anfang April 2004
   
Zur Hauptseite Wiehre Online