Sa, 12.05.2018

Regnet’s im Mai … ist der April vorbei

Unabhängig von der Zeit der Eisheiligen gilt obige Wetterregel  jedes Jahr. Versprochen!

Während im Norden Deutschlands die Tage vom 11. bis 13. Mai zu den Eisheiligen zählen, dauern die Eisheiligen in Süddeutschland vom 12. bis 15. Mai.

Und hier noch eine diesbezügliche weitere Bauernregel:
„Vor Nachtfrost du nicht sicher bist – bis Sophie vorüber ist!“

Gemeint ist die kalte Sophie, die in diesem Jahr auf den 15. Mai fällt und der letzte Tag der Eisheiligen ist. Laut dieser Bauernregel besteht bis weit in den Wonnemonat hinein durchaus die Gefahr von Kaltlufteinbrüchen und Nachtfrösten.

Auch in diesem Jahr sind wir vor kaltem Wetter im Mai nicht sicher.

Was sind die Eisheiligen?
Die Eisheiligen zählen in Deutschland zu den meteorologischen Singularitäten – ähnlich wie die Schafskälte im Juni. Unter Singularität versteht man einen Witterungsregelfall. Das bedeutet, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmte Wetterlagen auftreten.

Während der Eisheiligen zwischen dem 11. und 15. Mai kann es häufig zu verspäteten Kaltlufteinbrüchen kommen, die tagsüber mit kaltem Wetter und nachts mit Frösten einhergehen.

Da die Kaltluft bei einer nördlichen Strömung die Küstenregionen zuerst erreicht, treten die Eisheiligen im Norden des Landes früher auf. Danach erst kommt die kalte Luft an den Alpen an, wodurch die Eisheiligen dort bis Mitte des Monats dauern.

Die Bezeichnung der Eisheiligen geht auf den Heiligenkalender der Kirche zurück. Namensgeber der Eisheiligen sind nämlich Märtyrer und Bischöfe aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Mit dem Wetter haben diese aber reichlich wenig zu tun. Das sind die Namenstage der Eisheiligen im Überblick:

  • Freitag, 11. Mai 2018: Mamertus
  • Samstag, 12. Mai 2018: Pankratius
  • Sonntag, 13. Mai 2018: Servatius
  • Montag, 14. Ma 2018: Bonifatius
  • Dienstag, 15. Mai 2018: Kalte Sophie

Im Übrigen werden die Eisheiligen in einigen Gegenden auch „Eismänner“ oder „gestrenge Herren“ genannt. Da der Kalender seit der Kalenderreform im Jahr 1582 zehn Tage von der tatsächlichen Zeitrechnung abweicht, müssten die Eisheiligen eigentlich erst zehn Tage später auftreten.

Während sich die Landflächen Südeuropas durch den zunehmenden Sonnenstand bereits rasch erwärmen, dominiert in Nordeuropa noch kaltes Wetter. Dadurch stellen sich enorme Temperaturgegensätze innerhalb Europas ein. Je nach Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete liegt Deutschland in einer eher nördlichen oder südlichen Strömung.

Dazu ein zur Blütenpracht passendes Gedicht:

Denn was ist Schönheit, wenn nicht das von uns erblickte Spiegelbild einer außerordentlichen Freude der Natur, darüber dass eine neue fruchtbare Möglichkeit des Lebens entdeckt ist?

Friedrich Wilhelm Nietzsche

siehe auch korrespondierenden Beitrag bei Facebook:
https://www.facebook.com/Wiehre/

Autor: Felix Andris
Quelle: Friedrich Wilhelm Nietzsche (Gedicht)
Text: Felix Andris
Foto: Felix Andris – Pfingstrosen im Konrad-Günther Park