Di, 24.05.2018

Im ANGELL-Schulgarten wächst vielleicht bald Bio-Soja

Das Montessori Zentrum ANGELL ist Teilnehmer des Experiments „1000 Gärten

Welche Soja-Sorten für den Anbau in Deutschland geeignet sind, versucht das Freiburger Unternehmen Taifun-Tofu gemeinsam mit der Universität Hohenheim im groß angelegten Experiment „1000 Gärten“ herauszufinden.

Auch das Montessori Zentrum ANGELL macht mit. Gemeinsam mit den 6.-Klässlern des Gymnasiums hat Lehrer Manuel Frattini Saatgut von zwölf verschiedenen Sojakreuzungen im ANGELL-Schulgarten gesät. Jetzt heißt es abwarten.

Es ist ein milder Frühlingsnachmittag. Die Schülerinnen und Schüler der 6c sitzen an einen Tisch vor dem Geräteschuppen. Ihr Unterricht findet heute im ANGELL-Schulgarten statt. Manuel Frattini, Lehrer am Montessori Zentrum ANGELL und Verantwortlicher für den Schulgarten lässt eine Schüssel mit grünen Bohnen rumgehen: Sojabohnen. Die 6.-Klässler probieren. „Wir bauen heute selbst Soja an und schauen, wie gut der bei uns wächst“, stimmt Frattini die Schüler nach der Kostprobe auf das Vorhaben im Schulgarten ein.
Mit Schubkarren und Blumenschaufeln macht sich die Gruppe auf zu den Saatbeeten. Insgesamt sechs ein Meter lange Saatreihen legen die Schüler an und markieren diese sorgfältig. Bereits eine Woche zuvor haben Schülerinnen und Schüler der 6a und 6b im Schulgarten verschiedene Sojasorten angepflanzt. Insgesamt befinden sich nun zwölf Sojasorten im Boden des ANGELL-Schulgartens. Welche davon am besten wachsen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Bis Oktober werden die Schüler die Entwicklung der Pflanzen beobachten und Daten wie Größe der Pflanzen, Blütezeit, Ertrag und Reife dokumentieren. Die Beobachtungsergebnisse kommen auf eine extra dafür eingerichtete Online-Plattform, damit sie wissenschaftlich ausgewertet werden können. Ein im Schulgarten installiertes Messgerät zeichnet zusätzlich den Temperaturverlauf auf. Wenn es soweit ist, werden die Schülerinnen und Schüler die Sojabohnen ernten und diese an die Universität Hohenheim schicken. Dort wollen Mitarbeiter die verschiedenen Sojasorten hinsichtlich Eiweiß- und Fettgehalt sowie der Eignung zur Tofuproduktion analysieren. Doch nicht nur die Ernte aus dem ANGELL-Schulgarten steht den Forschern dann zur Verfügung, sondern Sojabohnen aus insgesamt 1000 Gärten in ganz Deutschland.

“1000 Gärten“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Taifun-Tofu GmbH, mit Sitz in Freiburg, und der Universität Hohenheim. Unterstützt wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel des Projekts ist es, die vielseitige Hülsenfrucht heimisch zu machen. Mit regionalem Bio-Soja wollen die Projektinitiatoren eine nachhaltige Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß sichern und dabei kurze Transportwege, Unterstützung der heimischen Landwirtschaft sowie eine nachvollziehbare und gesicherte Herkunft gewährleisten.

Das Soja-Experiment befindet sich mittlerweile in der zweiten Runde. Mithilfe von Gärtnerinnen und Gärtnern aus ganz Deutschland wurden 2016 schon zahlreiche aufschlussreiche Daten erhoben. Im zweiten Versuchsjahr sollen die Ergebnisse nun validiert und neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Als Manuel Frattini von dem Projekt erfahren hat, hat er nicht lang gezögert und den ANGELL-Schulgarten angemeldet. „Ich finde, das ist ein sehr spannendes Projekt. Soja spielt eine immer größere Rolle. In Asien ist Soja ja schon seit Jahrhunderten ein wichtiges Nahrungsmittel. Und so wie die Kartoffel aus Südamerika zu uns gekommen ist, kommt jetzt die Sojabohne und bereichert vielleicht unser Leben.“

Nun muss sich aber erst mal zeigen, wie gut das Soja im ANGELL-Schulgarten gedeiht. Und wer weiß, vielleicht grillen die Schülerinnen und Schüler des Montessori Zentrum ANGELL ja irgendwann Tofu-Würstchen aus eigenem Bio-Soja.

Autor: Felix Andris
Quelle: Montessori Zentrum ANGELL
Text: Montessori Zentrum ANGELL
Foto: Montessori Zentrum ANGELL

Bild:
Bewässerung der gesäten Sojabohnen